Muenchen – Restaurants – Deutsch
Die Gaststätte Großmarkthalle ist erst vor kurzer Zeit renoviert worden, gerade noch rechtzeitig zum Tag der offenen Tür der Markthallen München am 06. Juli sind die Handwerker im Lokal fertig geworden, an der Fassade dieses prächtigen Gebäudes wird noch immer gearbeitet. Also allerhöchste Zeit wieder einmal in dieser Gaststätte vorbei zu schauen.
Großes Glück hatten wir, dass wir an einem Tisch vor der Gaststätte Platz gefunden haben, bei diesem herrlichen Wetter im Lokal Platz nehmen zu müssen wäre viel zu schade, obwohl die Luft im Lokal seit dem Rauchverbot sich ja mehr als nur verbessert hat, früher konnte man als Nichtraucher entweder das Lokal meiden oder versuchen mit Sauerstoffmaske zu überleben.
Unserem Tischnachbarn bracht die Bedienung gerade eine Suppe, und hatte in der anderen Hand noch einen Teller mit einem wunderbar ausschauenden, gebackenem Fisch mit Kartoffelsalat – es ist Freitag, wir sind in Bayern, also traditionell Fischtag, somit erübrigt sich fast schon der Blick in die Speisekarte. Die Tageskarte bestärkte mich dann auch noch in meiner Entscheidung, da stand Menü zu € 8,70 Wirsingrahmsuppe, Rotbarschfilet gebacken mit Kartoffelsalat.
Unser Tischnachbar bestätigt uns auf unsere Frage, dass er die Menüsuppe isst, empfiehlt uns noch die Weißwurst, die hier besonders gut wäre. Ich geh davon aus, das er in meiner Begleitung einen Südschweden zu erkennen glaubte. Unser wenig redseliger Nachbar erklärte uns noch, dass er extra aus Starnberg hierher kommt, weil es noch einer der wenigen Plätze sei, wo man zu einem angemessenen Preis gut essen kann. Wobei er unsere Einwände wegen der Preisgestaltung des einen oder anderen Gerichtes nicht gelten lassen wollte. So verteidigte er unter anderem auch 2 Spiegeleier auf Spinat und Salzkartoffel für € 6,05 genau so vehement wie eine weitere Spezialität des Hauses Wallner, nämlich gebackene Brieskalbsmilzwurst mit Salat zu € 11,50. Überall müssen die Teller gespült, der Boden geputzt und schließlich das Gericht zubereitet und dem Gast serviert werden, der Wareneinsatz würde keine große Rolle spielen, gleich ob’s sich um 2 Spiegeleier oder um ein Stück Fleisch handeln würde. So seine Rede. Da in der Großmarkthalle natürlich auch sehr viele Gastronomen selbst einkaufen, hätte es sich auch um einen Kollegen des Wirtes handeln können, so wie er die Preisgestaltung verteidigt hat allemal, überzeugen können hat er mich damit allerdings keinesfalls.
Wieder mein Lieblingsthema, aber DM 12,00 für 2 Spiegeleier mit Beilage oder DM 23,00 für eine, nein ist mir schon klar, bestimmt 2 zwei Scheiben gebackene Brieskalbsmilzwurst ist mir einfach viel zu teuer.
In der Zwischenzeit ist auch unsere Suppe gekommen, das geht wirklich sehr schnell. Die hier angebotene Wirsingrahmsuppe gehört nach meiner Meinung eher in die Kategorie Suppe nach Großmutters Art, gebunden mit Mehlschwitze. Die Suppe war bestimmt kein Anlass für Slow Food Deutschland, dass die Gaststätte Großmarkthalle zu den 6 Gaststätten in München gehört, für die sie eine Empfehlung aussprechen. Kaum, dass ich meine Suppe gegessen hatte, kam auch schon mein Fisch, allein schon vom Ausschauen komplett anders, als der, der mich zur Bestellung veranlasst hatte, die Panade viel zu dunkel, teilweise fast schon schwarz, dadurch der Fisch dann viel zu trocken. Dazu kam dann noch, dass der Fisch anscheinend sogar ohne eine Brise Salz oder gar Zitronenpfeffer wie ich es zu machen pflege, paniert wurde, ab in die Pfanne und viel zu spät wieder herausgenommen wurde. Der Kartoffelsalat ist in der Zwischenzeit sowieso ein Thema für sich, gedanklich sehe ich nur noch große Eimer, hab schon Alpträume.
Jetzt hat selbst unser Tischnachbar, der seinen Fisch mit mir serviert bekommen hat, zugeben müssen, das war nicht besonders gelungen. Was er auch der Bedienung beim Bezahlen gesagt hat, hab ich ihm eigentlich gar nicht zugetraut. Die Bedienung sagte uns dann, dass wohl auch gestern was Ähnliches vorgekommen sei, das muss sie in der Küche unbedingt noch einmal ansprechen. Aber die haben auch einen neuen Ofen, höchstwahrscheinlich kommen sie damit noch nicht so richtig zurecht. Schön von ihr, dass sie ihre Arbeitskollegen so in Schutz genommen hat, aber in diesem Fall geht das einfach zu Lasten des Kunden, und das kann und darf es ja nicht sein.
Mein Fazit: Beim nächsten Mal komm ich etwas früher, also vor zwölf, und dann esse ich hier wieder 2 Weißwürst, 1 Brezn und a dunkles Weißbier dazu.
05.09.2008
Mein Beitrag zu Gaststätte Großmarkthalle – Ich bin concrema – auf Qype