Verfasst von: concrema | August 24, 2008

Qype: Mundart Gastronomie GmbH in München

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Es hat mir heute einfach keine Ruhe gelassen, und ich habe es auch nicht bereut. Schon zwanzig nach vier, heute ist doch das erste große Duell, Jürgen gegen Jürgen, oder besser BVB gegen Bayern, und ich würde gerne dabei sein. Die erste Halbzeit wird schon vorbei sein, macht nichts, wo gibt’s denn eine Wirtschaft (Kneipe), in der Premiere läuft – genau, da fällt mir doch Mundart ein, und Augustiner gibt’s da auch noch, also nichts wie hin. Wenige Minuten später bin ich auch schon da, vorm Eingang ein Raucher, oute mich wiedermal als militanter Nichtraucher, finde es in der Zwischenzeit schon als sehr unangenehm, dass man sehr oft regelrecht um Einlass bitten muss, da der Weg mit Rauchern verstellt ist und zudem meist auch ein sehr unangenehmer Geruch in die Lokale dringt.
In der Zwischenzeit ist es schon zwanzig vor fünf, auf dem Bildschirm sehe ich BVB gegen Bayern 1:0, Bayern nur noch mit 10 Mann am Platz. Zu meinem Erstaunen ist das Lokal nur sehr schwach besucht, etwa 10-12 Fußballzuschauer um einen Bildschirm, Flachbildschirm an der Wand montiert, versammelt. Im anderen Bereich der Gaststätte nochmal 1 oder 2 Tische besetzt. Schon ist der Wirt bei mir, nimmt meine Bestellung auf und bringt mir in relativ kurzer Zeit ein sehr gut eingeschenktes Augustiner Hell, vom Hahn, leider gibt’s hier kein Bier vom Holzfass, was natürlich sensationell wäre .

Auf dem Bildschirm ist ein sehr abwechslungsreiches Spiel zu sehen, wobei ich aber sehr erstaunt bin, dass 10 Bayern tonangebend sind und die 11 Dortmunder meist nur zuschauen, statt die Initiative zu ergreifen, die Bayern unter Druck zu setzen, um den zweiten Treffer zu erzielen und somit vielleicht eine frühe Entscheidung zu erzwingen. Es kam wie es kommen musste, aus einer unübersichtlichen Szene nach einer der zahlreichen Eckbälle, der für meine Begriffe vermeidbare Ausgleich. Nicht das ich jetzt falsch verstanden werde, ich bin kein Fan der Borussia aus Dortmund, auch kein Fan von Bayern München, nein ich bin schlicht und ergreifend Fußballfan. Meist sind meine Sympathien eher auf der Seite der vermeintlich schwächeren Mannschaft.

Schon zu der Zeit, als ich noch selbst aktiv war, schon mit 8 Jahren habe ich mich damals der Spielvereinigung Hof, und nicht dem damals großen Bayern Hof angeschlossen. Und immer von besonderer Brisanz waren die Duelle mit dem vermeintlich schwächeren aus Sicht der Bayern. Kann mich erinnern, dass wir immer besonders motiviert in diese Spiele gegangen sind, obwohl ich mich besonders an ein Spiel erinnern kann, anlässlich eines Sportfestes in Moschendorf, einem Ortsteil von Hof.

1. Schülermannschaft Bayern Hof gegen 1. Schülermannschaft SpVgg Hof, ja damals war noch in Schüler (10-14 Jahre) und Jugend (14-18 Jahre) unterteilt, heute würde man sagen Saisonvorbereitungsspiel, mein Freund Heiner W. bei Bayern Hof Rechtsaußen, ich bei den „Spotzern“ wie die SpVgg in Hof genannt wurden, linker Verteidiger. Die Freundinnen am Spielfeldrand, jeder wollte sich natürlich von seiner besten Seite zeigen, und Heiner war pfeilschnell, hat mich 4mal ausgespielt, wir haben nach einer desolaten Leistung 0:4 verloren, alle Tore sind durch Fehler auf meiner Seite entstanden. Aber im gleichen Jahr (Spieljahr) haben wir die Bayern zweimal geschlagen und haben damals die Oberfränkische Schülermeisterschaft gewonnen.

Das Spiel ist fast zu Ende, der Wirt hat auch bemerkt, dass ich mein Glas leer getrunken habe, aber warum hat er denn so offensichtlich schlechte Laune, verzieht keine Miene, nicht einmal ein Anflug von einem Lächeln im Gesicht, welche Laus ist dem denn über die Leber gelaufen, liegt’s an Bayern München, liegt’s an Mark Bommel, der wieder einmal ziemlich unbeherrscht mit Gelb-Rot vom Platz geflogen ist. Und das schon nach 23 Minuten, ärgert er sich vielleicht darüber, dass Jürgen Klinsmann ausgerechnet ihn zum Capitano ernannt hat, oder hat er Beziehungsprobleme, hatte er vielleicht schlechten Sex, oder wochenlang gar keinen, war er zusätzlich noch depressiv –
nein, ich bin und will auch kein verhinderter Dr. Sigmund Freud sein, alles kein Grund seine schlechte Laune so zur Schau zu stellen. Zur Dienstleistung gehört in erster Linie Freundlichkeit, oder ich muss zu Hause bleiben.

Ein Lächeln kann Wunder wirken!

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