Verfasst von: concrema | August 23, 2008

Qype: LA PRIMA VOLTA in München

MuenchenRestaurantsItalienisch & PizzaRestaurantsImbiss

Beim Tennis heißt sowas Doppelfehler. In unserem Fall war der erste Fehler, dass wir überhaupt rein sind, und der zweite, spielentscheidende war, dass wir drin geblieben sind.
LA PRIMA VOLTA – zum ersten mal, so die deutsche Übersetzung – ich werd das Gefühl einfach nicht los, da fehlt was..

Aber der Reihe nach. Wieder einmal Mittag, wieder die gleiche Frage: Wo wollen wir hingehen?
Da A. ja sehr oft mit Ideen zu glänzen versteht, wo nimmt er sie denn nur immer wieder her, frage ich mich oft. Heute musste er in die Sendlinger Straße, irgendwelche Kosmetika einkaufen, abholen oder wie auch immer, da meinte er werden wir schon was finden. Nachdem Anne, die Navitante heute frei hatte, für mich direkt eine Erholung, sind wir nicht auf dem direkten Weg zum Ziel gekommen, aber München ist ja wirklich eine sehr schöne, sehenswerte Stadt. Außerdem hatte ich dadurch auch noch mehr Zeit, mir eine Lokalität zu überlegen und vorschlagen zu können. Eine Idee hatte ich, aber um alles in der Welt wollte mir doch der Name dieses Lokals nicht einfallen, bei dem ich während meines Altstadtfest-Rundganges vorbei gekommen war, und es für ausgesprochen interessant empfand. Aber ich kann ja auch den Weg dorthin beschreiben, das lässt sich doch problemlos machen. Dank meiner Ortskenntnis standen wir nach kurzer Zeit vor dem Lokal. Zwei im Vorfeld aufgestellte Tafeln sollten uns, und natürlich auch andere hungrige, animieren einzutreten. Auf der ersten Tafel war zu lesen: Hausgemachte Gnocchi mit Ricottafüllung in Salbei-Pesto auf Salatbeet mit gehobeltem Parmesan.

Was denkt sich concrema in so einem Fall? Aufgepasst – hausgemacht, so eine geschwollene Beschreibung, dass fast die Tafel dafür zu klein ist, und dazu Salatbeet – ich bin sehr gespannt.

Für die zweite Tafel mit Ravioli und der offensichtlich hier dazu gehörigen, ewiglangen Beschreibung fand bei mir schon keine Aufmerksamkeit mehr. Schon sitzen wir am Tresen, insgesamt bietet das Cafe so 10-12 Sitzplätze, mir gegenüber die Macchina del Caffè, eine 3-gruppige Cimbali mit entsprechend dazu gehöriger Kaffeemühle, La Cimbali Magnum, vollkommen überdimensioniert – wie mit Kanonenkugeln auf Spatzen schießen. Aber der dafür zuständige Händler ist ja nicht nur in München für sein geradezu sprichwörtliches, verkäuferisches Talent bekannt , anscheinend frei nach dem Motto: Hauptsache der Umsatz stimmt, der Kunde interessiert erst in zweiter Linie. Für den Kunden wäre eine 2-gruppige Maschine vollkommen ausreichend, und die Einsparung wäre sehr sinnvoll in einem Baristakurs angelegt. Was ich da in der kurzen Zeit hab anschauen müssen, wirklich ohne Übertreibung Höchststrafe. Nicht nur, dass ich so eine verdreckte, versiffte Maschine die ganze Zeit im Blickfeld hatte, die milchverkrustete Dampflanze ist schon gar nicht mehr besonders ins Auge gestochen, aber die Krönung war die Zubereitung von insgesamt 6 Espressi. Das hat dem Namen „Expresso“ alle Ehre gemacht, rekordverdächtige 6 Sekunden Auslaufzeit, also ganz bestimmt eine richtige Aromenorgie, und das für schlappe 1,80 Euronen, die Getränketafel über der Maschine gibt noch weitere Highlights preis, wie zum Beispiel Caffè Lungo (also einen verlängerten Espresso) für 1,90 Euro, was also für mich übersetzt heißt, mehr Geld für weniger Geschmack. Lieber Kunde, was willst Du mehr?

Wer mehr Informationen zum Thema Espresso haben möchte, ob Gastronom oder Kunde, kann sich "hier":http://www.qype.com/place/154886 oder natürlich auch gerne bei mir persönlich melden.

Aber den Caffè, für mich ein regelrechtes muss, trinkt man ja in der Regel nach einem Essen als Digestif. Also zurück, ein kurzer Blick, und mir war klar, hausgemachte Gnocchi ist bei dem was sich hier Küche nennt, gar nicht machbar. Ich bin wirklich ein großer Freund der offenen Küche, aber was ich hier gesehen habe würde ich eher als Improvisationsshow ansehen. Man stelle sich einen normalen Tresen vor, zwei große elektrische Pfannen, einen Wasserkocher, das war’s so ziemlich das Kochequipment. Besonders nachhaltig war für mich die schnelle Zubereitung des Salatbeets, ein Lollo Rosso, der Strunk per Hand abgerissen, alibihalber kurz mit Wasser abgespült, ein paar Blätter davon am Teller verteilt, der hat mir übrigens sehr gut gefallen, darauf ein paar in Pesto gewendete Gnocchi verteilt, die „hausgemachten“, die ich schon öfter beim Großmarkt Hamberger gesehen habe, etwas gehobelten Parmesan drüber und als Krönung ein Muster aus der anscheinend unerlässlichen Crema di Balsamico – fertig.

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Mit meiner Geschmacksinterpretation möchte ich die Leser verschonen. Was mir an diesem Mittag aber wieder einmal aufgefallen ist, wie anscheinend vollkommen anspruchslos sehr viele meiner Mitmenschen sind.

Für mich kann ich nur sagen: per la prima volta e per la ultima volta!

Mein Beitrag zu LA PRIMA VOLTA – Ich bin concrema – auf Qype


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